häufig gestellte Fragen zum Grunderbe:

 

Soll das Erbrecht abgeschafft werden?
 
Nein auf keinen Fall. Unser Erbrecht, welches jetzt auf den zwei Füßen "Familienerbrecht" und "Testatrecht" steht, soll einen dritten Fuß bekommen, das "Grunderbrecht"

 


Ist das nicht eine Art Sozialismus was die Stiftung mit dem Grunderbe anstrebt?

Nein. Sozialismus will die Probleme lösen indem persönliches Eigentum an der Wirtschaft mehr oder weniger abgeschafft wird zugunsten eines Staatskapitalismus. Wir halten privates Eigentum für so notwendig für die Entwicklung des einzelnen Menschen zur Freiheit, dass wir jeden an persönliches Eigentum heranführen wollen und an die Eigenverantwortung, die Gestaltungsmöglichkeiten und die Erfahrungen die damit verbunden sind.

Wir sehen uns selbst in einer sehr liberalen Position. Gerechte, zumindest annähernd gleiche Startbedingungen und der "Abbau unverdienter, geburtsbedingter Privilegien" sind "Wesensmerkmale liberaler Tradition". (Friedrich v. Hayek)


 Ist das nicht ungerecht, wenn jemandem, der sein Leben lang gearbeitet hat, bei seinem Tod einen Teil seines Vermögens genommen und in fremde Hände gegeben wird?
 
Jeder kann wie bisher uneingeschränkt sein Vermögen an seine Erben weitergeben. Diese allerdings - wenn sie viel erben, und nur dann wenn sie viel erben -  müssten etwas abgeben. Nicht wie bisher an den Staat, sondern über einen Erb-Ausgleichsfonds direkt an diejenigen ihrer Mitbürger die sonst nichts erben. Denn die Erde gehört allen Menschen und jeder hat ein Recht auf einen Anteil.

Gegenfrage:

Ist es gerecht, dass einer, der als armer Leute Kind auf die Welt kommt, Miete und Zinsen zahlen muss an einen Gleichaltrigen der nie irgendetwas dafür geleistet hat; nur weil der das Kind reicher Eltern war?

Wir müssen einen vernünftigen Ausgleich zwischen diesen beiden Positionen und zwischen den Menschen finden.



Würde das Geld von den Meisten nicht sofort verschwendet werden und in kurzfristigen Konsum fließen?
 
Das Grunderbe wird nur ausgezahlt wenn es in ein Anlagevermögen fließt, das drei Jahre lang nicht veräußert werden darf. Danach kann es theoretisch verkonsumiert werden. Nach einer Studie des Sparkassenverbandes machen aber zwei Drittel der jungen Erwachsenen "ernsthafte Sparanstrengungen". Selbst wenn ein Teil der Grunderbschaften nach den drei Jahren verkonsumiert würde, kann ein volkswirtschaftlicher Schaden nicht enstehen, da das, was der eine ausgibt, ein anderer verdient.
 

 

Was macht jemand, der das Grunderbe zum studieren bräuchte?

 

Für diejenigen, die das Grunderbe zur Ausbildung bräuchten (z.B. Studiengebühren) soll die Möglichkeit bestehen zu diesem Zwecke früher auf das Grunderbe zuzugreifen. Das Bafög soll aber nicht durch das Grunderbe ersetzt werden.

  

Wieso würde das Grunderbe eine Steuersenkung bedeuten?
 
Die jetzige Erbschaftssteuer kann in einem gewissen Sinne als eine Sozialisierung privaten Eigentums betrachtet werden. Im Modell Grunderbe würde der Staat auf die 4 bis 5 Milliarden € die er zur Zeit an Erbschaftssteuer einnimmt verzichten. Die jährlich vererbte Vermögensmasse würde dann vollständig in privater Hand der Bevölkerung verbleiben, allerdings in einer etwas gerechteren Verteilung. Dies wäre eine entsprechende Steuersenkung und insgesamt ein Weniger an Staat.

 

Ist ein Alter von 30 nicht viel zu spät? 

Das Alter in welchem das Grunderbe zugeteilt werden soll ist zweifellos diskussionswürdig. Grundsätzlich wird ein höheres Alter eher zu einem vorsichtigeren Umgang mit dem Grunderbe führen. In Deutschland wird im Schnitt mit 55 Jahren geerbt, zu einem Zeitpunkt in welchem in der Regel die Lebens-Weichen schon gestellt sind. Das Grunderbe würde einen Teil dieses Kapitals in die Lebenszeit verlagern in der die Menschen normalerweise wirtschaftlich innovativer sind und ein Anfangskapital brauchen.

 

Sind 15.000 oder 20.000 € nicht viel zu wenig? Was kann man damit schon machen?

Wenn einer oder zwei ein Haus bauen wollen, ein Gewerbe anfangen wollen etc. dann können 20.000 € Eigenkapital (oder mal zwei 40.000€) schon sehr entscheidend sein. Es ist nicht zu erwarten, dass jemand das Grunderbe ablehnt weil es zu wenig ist. Mehr darüber bei den Buchkommentaren -> 

 

Wäre nicht ein Grund-Einkommen besser als ein Grund-Erbe, weil viele Menschen doch nicht fähig sind mit Kapital um zu gehen?
 
Zweck des Grund-Erbes ist es, möglichst alle Menschen mit in die Verantwortung zu nehmen. Das wird mit einem Grund-Einkommen nicht erreicht.
 
Wer hat das Recht vorab zu entschieden wer fähig ist mit Kapital umzugehen und wer nicht? Und müssen wir nicht gerade diejenigen, die eventuell noch nicht fähig sind mit Kapital umzugehen, dorthin führen? Das Grund-Erbe wird diesen Lern- und Entwicklungsprozess auf breiter Basis in Gang setzen.

Das große Problem der sich zuspitzenden Konzentration an Kapital, und damit nicht nur wirtschaftlicher sondern auch immenser politischer Macht, kann durch ein Grund-Einkommen nicht gelöst werden. Selbst wenn es funktionieren würde bliebe die Macht in den Händen weniger. Nur ein Grund-Erbe wirkt der Konzentration von wirtschaftlicher Macht entgegen.
 
 

Hätte das Grunderbe nicht negative Folgen für die Volkswirtschaft?
 
Im Gegenteil. Jährlich würde ein kleiner Teil des Großkapitals, das kaum mehr der Kreativität und der Freiheit seiner Besitzer dienen kann, näher an diejenigen jungen Menschen herangebracht werden, die im besten Alter sind etwas zu unternehmen und ihre Kreativität zu entfalten.
 
 

Wie soll das Grunderbe in der Praxis verteilt werden?

Jeder der ein bestimmtes Alter erreicht hat (z.B. 30) geht zum Amt und meldet seinen Anspruch an. Gleichzeitig sucht er sich auf dem freien Markt ein Anlagegut (Grund, Wohnung, Aktie etc.) das er haben will. Nach Prüfung seines Anspruchs und der Seriösität seiner Anlage wird das Amt dieses Anlagegut aus dem Erbausgleichsfonds bezahlen (in der Höhe des Grunderbes).

  

Wenn jemand das Grunderbe zurückzahlen muss wenn er privat etwas erbt, macht das dann nicht kleine private Erbschaften sinnlos, bzw. verhindert sie?
 
Die Rückzahlung soll maximal einen gewissen Prozentsatz von den späteren Erbschaften ausmachen. z.B. 20 %. Das heißt, wenn jemand später privat 20.000€ erbt zahlt er 4.000€ zurück, bei einem Erbe von 50.000€ zahlt er 10.0000€ zurück usw. Erst bei einem Erbe im Werte von 100.000€ muss er das ganze Grunderbe zurückzahlen. Damit bleibt privates Erben in jedem Falle und in jeder Höhe interessant. Generell kann man sagen, dass damit Erben bis zu einer Höhe von 100.000€ gefördert wird, weil jeder, der weniger erbt einen Teil seines erhaltenen Grunderbes behalten kann.
 
 
 
Wenn jemand weiß, dass er mit 30 Jahren 20.000€ Grunderbe bekommt, wird er sich dann nicht möglicherweise früher Geld leihen auf diese Erwartung hin?
 
Folgende Regelung ist denkbar: Die Grunderbschaften werden während der ersten drei Jahre (in der "Karenzzeit") auch insoweit gesetzlich geschützt, dass sie nicht zur Erfüllung von Verbindlichkeiten herangezogen werden dürfen. Damit wird der junge Mensch nicht aufgrund des Grunderbes kreditwürdig. Der Grunderbeempfänger kann diese Schutzzeit eventuell beliebig verlängern lassen. Er hätte so - im Extremfall lebenslang - ein kleines Eigentum das ihm nicht genommen werden kann, mit dem er zwar wirtschaften kann, aber nicht es veräußern.
 
 
 

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Kommentare:


Alice Krins schrieb am 16.05.2017 um 10:36 Uhr

ich finde den Gedanken richtig - das Pferd vom Kopf aufzäumen

 

Wie wollen Sie diese Gedanken salonfähig machen?


Andreas schrieb am 01.04.2017 um 02:10 Uhr

Hallo, 

Hab es noch nicht ganz  angenomn.....haab ein Pferd und nicht viel geld und würde gerne auf dem lsnde leben mit einem kleinen kotten. Also ich und meine frau, wir wollen friedlich leben und underen glsuben nachgehen. KÖNNTET IHR DAS ERMÖGLICHRN

 

BYE Andreas  und sandra2


Herfriede schrieb am 27.09.2016 um 05:10 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin eine ausgestoßene aus einer Familie. Warum, weiß ich bis heute nicht.

Meine Mutter hat vor langer Zeit begonnen, mich, mein Leben in der Familie auszulöschen. Ich habe mich deshalb auch zurück gezogen, weil ich immer wieder mit derartigen Aktionen meiner Mutter konfrontiert wurde.

Vor einiger Zeit haben meine Eltern ihr Haus meinem jüngsten Bruder überschrieben, geschenkt.

Steht uns beiden snderen Geschwistern ein Pflichtteil zu?

 

Mit freundlichen Grüßen,

Herfriede 


Stephanie Weiss schrieb am 17.09.2016 um 11:06 Uhr

Ich habe mein Erbe verdient - meine Eltern haben durchschnittlich verdient und mit Fleiss und Sparsamkeit Vermögen aufgebaut - ich habe immer mitgeholfen, z.B. Wohnungen renovieren, Gemüse anbauen, selbst Kleidung nähen, sich gegenseitig Haare schneiden Sie. Ich hatte fast nie normalen Urlaub, Klamotten imVergleich zuGleichaltrigen. Die Eltern meines Mannes haben ca 5 mal so viel verdient und durch einen exrem konsumorientierten Lebensstil kein Vermögen aufgebaut. Es gibt einfach  Menschen, die Vermögensorientiert oder Konsumorientiert sind. 

Das wichtigste was ich von meinen Elte rn mitbekommen habe ist die totale innere Unabhängigkeit von Konsum. Ich kann in jeder Lebenslage aus wenig viel machen. Ich habe 3 Kinder, die kennen nur Secondhand Klamotten, Campingurlaub, Waldausflug statt Freizeitpark, Uraltfetnseher aus dem 90ern statt Flachbildfernsehen. ( obwoh Papa gutverdienender Arzt ist)Die werden alle mehr erben als Kinder aus vergleichbaren gehobenen, konsum-orientierten gehobenen Mittelklassefamilien. Das ist unser Recht - wir zahlen für Steuern, trotz 3 Kindern. 

Die Masse der Erben sind eben keine Miliadäre !!!


Christoph Prüm schrieb am 06.08.2016 um 19:43 Uhr

Hallo Fau Guske,

Ziel der Stiftung ist es ein Recht auf ein Mindesterbe für Jede(n) in die öffentliche Diskussion zu bringen. Beratung zu einzelnen Erbfällen können, dürfen und wollen wir auch nicht geben. Wenden Sie sich gegebenenfalls an einen Rechtsanwalt. Das geht auch online für wenig Geld.

Gruß, Christoph Prüm


Jenny Guske schrieb am 01.08.2016 um 11:58 Uhr

Ich hab eine Frage ich war mit meinem Mann 36 Jahre verheiratet und hab ihn 10 Jahre gepflegt. Leider war es so das mein Schwiegervater im Feb 2015 verstarb und meine Schwiegermutter alles geerbt hat lat. Testament. Dann im August 2015 verstarb mein Mann und im Dez 2015 verstarb meine Schwiegermutter. Dann haben mein Sohn und der Bruder meines Mannes alles geerbt. Ist es richtig das ich nach so langer zeit mit meinem Mann nichts bekomme als seine Ehefrau? Es wäre nett wenn mir jemand helfen könnte

LG Jenny


Christoph Prüm schrieb am 06.08.2016 um 20:05 Uhr

Hallo Herr Donie,

Sie haben sicher recht, wenn Sie die Legalität und die moralische Berechtigung vieler großer Vermögen anzweifeln. Das ist aber nicht unser Thema. Wir glauben, dass selbst bei völliger Legalität aller Kapitalakkumulationen dieses System an die Wand fahren muss, wenn nicht das vorhandene Erbrecht in Richtung zu mehr Chancengleichheit modifiziert wird.

Gruß, Christoph Prüm


Gerhard Donie schrieb am 30.07.2016 um 15:25 Uhr

Es wäre wichtig, einmal heraus zu stellen, wie die jeweiligen Erblasser an ihre Güter kamen. Denn das ist nicht immer legal, und vor allem selten gerecht. Außerdem müssten diejenigen, die von unserm Wohlstand am meisten profitieren, auch am meisten zurück geben. ich denke da an die Autofirmen. Der Steuerzahler stellt die Straßen zur Verfügung, ohne die Autofahren nicht machbar ist. Die Milliarden, die die Autofirmen mit ihrem Autogeschäft verdienen, stecken sie zum Großteil selber ein. Der Steueranteil ist durch die Abschreibbarkeit von Projekten, die im Ausland getätigt werden, marginal. Und das geht uns allen verloren.