Das Grunderbe
 
... ist eine einmalige Zuteilung an jeden jungen Bürger, als seinen Anteil an der Erde und als seinen Anteil an der materiellen Substanz  des Landes die von den vergangenen Generationen hinterlassen wurde.   
 
Die Konfiguration eines vernünftigen Grunderbrechtes könnte im Augenblick so aussehen:
 
Jeder Bürger "erbt" einmalig etwa 15.000 € aus einem nationalen Erbausgleichsfond, wenn er das Alter von etwa 30 Jahren erreicht.
 
Die Bedingungen das Grunderbe zu erhalten sind:

  • bis dahin noch nicht privat geerbt zu haben und von einem eventuellen späteren privaten Erbe 15% für die Rückzahlung des erhaltenen Grunderbes zu verwenden.

  • Den Betrag in ein Anlagevermögen eigener Wahl zu investieren und dieses Investitionsgut mindestens 3 Jahre nicht zu veräußern, bzw. nicht zu konsumieren

  • weitere Bedingungen wie ein Mindestbildungsstand (z.B. abgeschlossene Berufsausbildung) oder Teilnahme an einer persönlichen Anlageberatung könnten diskutiert werden.
 
Der Erbausgleichsfonds speist sich aus Abschöpfungen von Schenkungen und Erbschaften. Diese treten an die Stelle der jetzigen Erbschafts- und Schenkungssteuer, auf die der Fiskus verzichtet (ca 4 Milliarden € pro Jahr, oder 0,4% des gesamten Steueraufkommens, Bund + Länder + Gemeinden)
 
 
Die Bilanz des Erbausgleichsfonds sieht etwa so aus:
 
Einnahmen:

Abschöpfungen von durchschnittlich etwa 5% von den jährlichen Erbschaften und Schenkungen von ca 200 Milliarden. Durch entsprechend gestaltete Freibeträge und  eine Progression der Abgabe würden kleine Erbschaften gar nicht, mittlere nur gering belastet und große Erbschaften entsprechend höher.   
5% von 200 Milliarden = 10 Milliarden€
 
Ausgaben:
 
jährlich je 15.000 € an etwa 700.000 Berechtigte (ein deutscher Jahrgang)
15.000 x 700.000 ~ 10 Milliarden€
 
Dazu kommen zusätzlich auf die Einnahmeseite nach Anlaufen der Zahlungen noch eine gewisse Summe an Rückzahlungen von Grunderbeempfängern, welche zu einem späteren Zeitpunkt privat erben. Davon könnte das Grunderbe auf 20-25.000 € erhöht werden. Die Rückzahlungen betrügen jedoch immer nur 15% des später enthaltenen Erbes, sodass erst bei einem späteren privaten Erbe von 100.000€ das Grunderbe vollständig zurück zu zahlen wäre. Damit würde generell Erben bis zu einer Summe von 100.000€ gefördert, und privates Erben nach Erhalt des Grunderbes bliebe in jeder Höhe ökonomisch interessant.
 
Das Grunderbe ist die im Lärm der letzten 200 Jahre untergegangene bürgerlich-liberale Antwort auf die "Soziale Frage", die spätestens seit der beginnenden Industrialisierung die Völker Europas umtreibt. Es ist relativ leicht finanzierbar, völlig konform mit einem auf Eigentum und Leistung basierenden Wirtschaftssystem und erfordert keinerlei sonstige Änderungen an diesem System.

Eine Erbrechtsreform hin zu einem Grunderbe bedeutet genau genommen auch eine Abschaffung der Erbschaftsteuer, da der Staat keine Einnahmen mehr aus der Abschöpfung der Erbschaften hat. Sie bleiben zu 100% in privater Bürgerhand. Entsprechend bewirkt das Grunderbe eine tatsächliche Steuersenkung in der Höhe der jetzigen Erbschafts- und Schenkungssteuer (ca. 4 Milliarden €)

Das Grunderbe ist mit einer auf Eigentum und Selbstverantwortung basierenden marktwirtschaftlichen, ja sogar kapitalistischen Wirtschaftsordnung nicht nur 100% kompatibel, sondern unseres Erachtens auch deren unabdingbare Voraussetzung, wenn sie gerechter werden und so auf Dauer Bestand haben will.
 
Der Friede im Lande und nicht zuletzt in der Welt kann nachhaltig kaum anders als über eine gerechtere Aufteilung der vorhandenen Ressourcen der Erde erreicht werden; und zwar eine Aufteilung unter den einzelnen Individuen. Jedem erwachsen werdenden Menschen sollte sein ihm zustehendes Stück wirtschaftlicher, realpolitischer Macht in die eigenen Hände gegeben und damit eine autonome Gestaltung seines Umfeldes und seines eigenen Lebens ermöglicht werden.
 
Unten ein Auszug aus der ARTE-Sendung "Yourope" vom 5. September 2015 in der der Ansatz eines Grunderbes animiert vorgestellt wird. Über freiwillige Abgaben - wie dort gesagt wird - soll das Grunderbe letztendlich nicht finanziert werden, das ist ein Missverständnis auch wenn der Start durch Freiwilligkeit geschehen sollte. Weiter wäre die Rückzahlung eines erhaltenen Grunderbes bei einer späteren Erbschaft auch nicht freiwillig, sondern Plicht, allerdings nur in der oben erwähnten eingeschränkten Form (15 oder maximal 20% der nach dem Grunderbe erhaltenen privaten Erbschaft).
 
häufig gestellte Fragen zum Grunderbe
 
 

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Kommentare:


Christoph Prüm schrieb am 17.03.2016 um 13:46 Uhr

 

Sehr geehrter Herr Stauffacher,

 

den Satz aus Ihrer Privatmail an mich:

 

"Zu jedem Leben gehören schliesslich von Naturgesetzes wegen untrennbar minimale, existenzielle Naturgüter, weil kein Geschöpf, und auch kein Mensch, sonst ein „funktionales System" sein könnte ..."

 

den finde ich gut und kann ihn gerne unterschreiben.

 

Und ja, dieser Satz leitet sich aus dem Naturrecht ab, dessen erste Prämisse ist, dass jeder Mensch Eigentümer seines Körpers sein muss. Denn was ist das Eigentum an dem eigenen Körper wert, wenn die Ressourcen die zu seinem Dasein existenziell notwendig sind, in fremder Hand sind?

 

Aber insgesamt kommen mir Ihre Veröffentlichungen doch mit Verlaub etwas wirr vor und nicht sehr nützlich um eine Änderung der Verhältnisse zu bewirken. Das finde ich schade!

 

Ihr Einwand (auch aus der Privatmail an mich), dass das Grunderbe viel zu wenig sei ist nicht neu. Wir gehen aber davon aus, dass erstmal nur eine Abschöpfung von ca. 5% von dem jährlich Vererbten politisch möglich ist. Daraus ergibt sich die Höhe eines möglichen Grunderbes von 15 - 20.000 €. Wäre dies in die Wirklichkeit umgesetzt, dann hätten wir eine sehr viel menschengemäßere Gesellschaft. Ihr würde ich es dann überlassen zu entscheiden ob das reicht oder ob der Betrag erhöht werden sollte.

 

herzlich, Christoph Prüm

 


Heinrich STAUFFACHER schrieb am 15.03.2016 um 13:12 Uhr

Schauen Sie einfach mal unter www.neo-kultur.ch und www.politik-verbot.org, was ich dazu sage ...

... und bitte kontaktieren Sie mich via Homepages-Kontakte

Freundliche Grüsse   Heinrich STAUFFACHER   (Schweiz)

 

Sebastian Prüm schrieb am 06.07.2015 um 19:32 Uhr

Hallo Rosa,
   
Danke für Ihren Beitrag. Wir sehen das grundsätzlich genauso. Um genauer zu sein müsste es ein sieben-midliadstel sein aber nicht von allem was es an Kapital gibt sondern, zu verteilen ist nur was hinterlassen wird, daher der Ansatz beim Erbe, es ist nicht gewünscht lebenden etwas wegzunehmen, die "Umverteilung" stellen wir uns an der Stelle vor, an der ein Mensch sein materielles Kapital sowieso nicht mitnehmen kann.
  
Ich bin mir auch sicher, das es mehr als 80% sind, die viel weniger haben als ihnen diesem natürlichen Recht nach zusteht. Und selbstverständlich sind wir der Ansicht, das dieses Recht allen Menschen zusteht, nur irgendwo müssen wir anfangen. Ein weltweites Grundrecht ist schwer umzusetzen, wie es schon das Beispiel der Menschenrechte zeigt.
    
Ein Besitzrecht direkt besteht nicht, ein Recht auf Chancengleichheit dagegen, sprich das gleiche Startkapital. Das Recht auf das individuelle wirtschaftliche
Glück beinhaltet auch mehr zu erwirtschaften als ein Anderer, indem man mehr wirtschaftlichen Nutzen erbracht hat. Das ist ein entscheidender Faktor für den Fortschritt, der erhalten bleiben soll.
   
Auf der Seite www.ein-erbe-fuer-jeden.org/erbtipps/kleiner-beitrag-zur-einer-philosophie-der-vermoegensuebertragung gehen wir auf das Thema ein.


Rosa schrieb am 01.07.2015 um 08:07 Uhr

Ein guter erster Ansatz. Aber sollte die Chancengleichheit nicht für alle Bürger dieser Erde gelten?

Jeder Mensch der geboren wurde und wird kommt mit einem Recht auf diese Welt.

Zu leben, atmen, essen. Er ist frei und hat ein Recht auf sein Glück.

Dass bedeutet jeder Mensch hat auch ein Besitzrecht auf 1Milliardstel dieser Erde.

Ich schätze 80% von uns wird dieses Recht gleich bei ihrer Geburt genommen.

 


Christoph Prüm schrieb am 17.05.2015 um 00:17 Uhr

Sehr geehrter Herr Ott,

nehmen wir mal an Sie sind nicht älter als zwanzig, dann könnten Sie sich mit uns zusammen tun und für eine politische Umsetzung dieses Rechtes auf ein Grunderbe werben. Und nehmen wir weiter an wir wären sehr schnell sehr erfolgreich, also in weniger als 10 Jahren, dann kämen Sie im Alter von 30 in den Genuss Ihres Grunderbes.

Nehmen wir aber an Sie sind schon älter und nehmen wir weiter an, dass das Projekt nicht so schnell umgesetzt wird, was eher realistisch ist, dann könnten Sie dennoch sich mit uns zusammen tun und für die politische Umsetzung des Rechtes auf ein Grunderbe werben. Dann wären Sie in der Situation dessen, der einen Eichenwald pflanzt wohl wissend, dass er in seiner Lebensspanne dort kein Holz enten wird. Er pflanzt den Wald weil er es in der Situation in der die Erde jetzt ist für richtig hält Eichen zu pflanzen, zum Nutzen der Erde und ihrer Bewohner. Das ist seine Freude.

Liebe Grüße, Christoph Prüm

 


Ott schrieb am 16.05.2015 um 02:04 Uhr

Ja, gerne hätteich ein Grunderbe der Erde,

nur wie ?

Mit erbenfreundlichen Grüßen

Ott 


Josef schrieb am 29.08.2014 um 14:52 Uhr

Das Grunderbe ist die geschaffene bzw. vorhandene Infrastruktur. Die bereits erreichte Kultur ist Teil des Grunderbes. Deshalb müssen wir auch sorgsam mit der bereits erreichten Kultur (Demokratie, Toleranz, Gleichberechtigung, ... ) umgehen. 


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Gerechtigkeit ohne Sozialismus
Einen eigenen, gerechten Anteil an der Erde für dich und mich.
 
(This Land was made for you and me)