14. April 2012 von Christoph Prüm

Auf zu einer echten Beteiligungskultur

Karriereleiter

Wer hat den Weg gezeichnet den du gehst?

In welcher Einstellung zur unserem eigenen Lebensweg werden wir eigentlich erzogen? Im besten Falle zu einem guten und gut bezahlten Beruf. Lern etwas, dann wirst du was. Dann hast du ein sicheres regelmäßiges Einkommen, wirst anerkannt und kannst dir alles oder doch viel kaufen.

Karriere ist das Zauberwort, aufsteigen auf der Karriereleiter freut die Eltern und Oma und Opa. Doch wer stellt die Leiter auf? Wer definiert die Sprossen? Wo führt sie hin?
 
Die ganze Gesellschaft vom Elternhaus bis zur Universität, vom Lehrherrn bis zur Fachschule bildet die jungen Menschen praktisch ausnahmslos zum Leistungserbringer für die Wirtschaft aus. Doch was ist die Wirtschaft? Was ist ihre Absicht? Wo geht sie hin? Und vor allem wer ist die Wirtschaft, wer wirtschaftet? Wer unternimmt? Wer nutzt die erbrachte Leistung und wozu?
 
Lebenslange Lernfähigkeit ist das moderne Erziehungs- und Ausbildungsziel. Lebenslange Anpassungfähigkeit an sich verändernde Verhältnisse und sich verändernde Anforderungen. Das klingt gut, doch wer verändert Verhältnisse, wer fordert an?

Greift unsere Bildungsmentalität nicht viel zu kurz? Ist nicht selbstbestimmtes Gestalten der Welt das wirkliche Ziel, die größte Freude und die größte Pflicht des Menschen als der „Krone der Schöpfung"?
 
So ist die zentrale Frage die sich stellt: Wer gestaltet die Welt?  Und dann: Wer erzieht zum Gestalten?
 
Die Politik kann nur sehr bedingt gestalten, sie hat darin oft einen sehr engen Spielraum. Besonders solange der Fokus der meisten Menschen auf ihrem monatlichen Arbeitseinkommen liegt, ist die Politik denjenigen auf den Schwanz gebunden die den Wählern dieses Einkommen ermöglichen oder ermöglichen sollen.
 
Letztendlich sind nur die Eigentümer die wirklich autonomen Gestalter unserer Republik; unmittelbar oder mittelbar treffen sie die grundlegenden Entscheidungen. Sie entscheiden wie gewirtschaftet und was wie unternommen wird. Sie verändern Verhältnisse und sie fordern Menschen bzw. Arbeitskräfte an oder ersetzen sie durch Maschinen. Die Eigentümer in diesem Lande definieren die Karriereleitern und stellen sie auf - in aller Regel dort, wo sie die Welt nach ihrer Vorstellung und nach ihrem Nutzen ändern wollen. 
 
Deshalb stellt sich die Frage wer heute zum die-Welt-Gestalten erzieht auch so: Wer erzieht zum Eigentum?
 
Muss nicht die ganze Nation ihre Einstellung ändern? Müssen nicht zunehmend aus Karrieristen und Konsumenten Gestalter werden, aus beurteilten und geführten, Belohnung heischenden Lohnempfängern selbstbewusste, selbst gestaltende und ihr Leben selbst verantwortende Eigentümer?
 
Das Wachstum eines Menschen geschieht durch eigene Erfahrung, nicht durch Auswendiglernen. Durch eigenes Erfahren entwickelt sich seine „Haltung", nicht durch beschult werden. So muss das Ziel sein den Menschen an die eigene Erfahrung heranzuführen. Im wirtschaftlichen Bereich heißt das an eigene Unternehmungen und an eigenen Besitz heranzuführen, denn unternehmen und besitzen heißt gestalten: Sein Umfeld gestalten, sein Land gestalten und sich selbst mit. 
 
Ein allgemeines Recht auf ein Grunderbe, das jedem Bürger und jeder Bürgerin eine faire Kapitalchance bei Eintritt in das Erwachsenenalter gibt, wäre eine massive Aufforderung zu wirtschaftlicher Selbstermächtigung. Es  würde diesen Lernprozess „zu sich selber" in großem Stil und in der ganzen Breite der Bevölkerung einleiten.

Just for fun:

...and the people in the houses, all went to university, and they all got put in boxes, and they all came out the same...